Über den Arbeitsbereich "Internationale Politische Soziologie an der CAU Kiel (KUIPS)"

Der Arbeitsbereich „Internationale Politische Soziologie“ wurde an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel im Jahre 2010 gegründet. Die gleichnamige Professur ist zu gleichen Teilen dem Fach Politikwissenschaft und dem Fach Soziologie zugeordnet. 

Die Forschungsschwerpunkte des Arbeitsbereiches leiten sich aus der Begriffskombination „Internationale Politische Soziologie“ ab, was zunächst eine Zusammenführung mehrerer sozialwissenschaftlicher Disziplinen suggeriert - eine Kombination bestehend aus der Lehre der Internationalen Beziehungen (IB), der Politikwissenschaft und der (politischen) Soziologie. Allerdings handelt es sich keineswegs um eine bloße Addition dieser Disziplinen. Vielmehr entsteht  zwischen den Begriffen „das Internationale“, „das Politische“ und „das Soziale“ ein Spannungsfeld. 

Die Beschäftigung mit internationaler Politik („das Internationale“) soll hierbei verdeutlichen, dass es sich um ein Konzept handelt, das erst durch sein spiegelbildliches Verhältnis zur Binnenpolitik („das Nationale“) eine Bedeutung erhält. So gilt z.B. das Merkmal einer legitimen politischen Ordnung innerhalb von Nationalstaaten als entweder empirisch gegeben oder als normativ erstrebenswert. Im Gegenzug entsteht somit ein vorherrschendes Bild von den Beziehungen zwischen den Nationalstaaten, das durch den Mangel dieses Merkmals gekennzeichnet wird. „Das Internationale“ und „das Nationale“ stehen in einem wechselseitigen Verhältnis zueinander und als solche verstärken sie unsere Vorstellung darüber, wo legitime politische Ordnungsverhältnisse anwesend oder abwesend sind. 

Aus der Perspektive des Arbeitsbereichs wird dementsprechend „das Politische“ als konstitutiv für „das Soziale“ aufgefasst. Soziale Fundamente, die eine Gesellschaft verankern und für Identifikation sorgen, werden immer durch politische Handlungen hergestellt. Da der Sinn jener Fundamente durch Abgrenzung von dem entsteht, was sie nicht sind, steht am Arbeitsbereich KUIPS ein kritischer Blickwinkel im Vordergrund, der die unweigerlich normative Dimension der Beschäftigung mit sozialwissenschaftlichen Fragestellungen verdeutlicht.