Subjektivierungssoziologie (Einführung): Judith Butler - BA (soz-SM2-1) (200093)

Inhalt

Seminar, 2 SWS

Zeit und Ort: Di, 10:15 - 11:45 Uhr, WSP2 - R.211

vom 21.04.2020 bis zum 30.06.2020

Voraussetzungen / Organisatiorisches:
Prerequisites / Organisational information:

Die LP für diese Veranstaltung ergeben sich aus den Angaben der für Sie gültigen FPO. Die Zulassung zur Prüfung ergibt sich aus den Angaben der für Sie gültigen FPO. Ist diese Veranstaltung in Ihrer FPO nicht explizit wählbar, informieren Sie sich bitte zu Beginn des Semesters bei Ihrem/Ihrer Studienfachberater/in über Zulassungsoptionen und Teilnahmemöglichkeiten.
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Contents:

Judith Butler (geb. 1956) ist so berühmt wie umstritten für ihre These, dass das anatomische wie auch soziale Geschlecht des Menschen lediglich diskursive Konstrukte darstellen. Verantwortlich hierfür – und zu kritisieren – sei die heteronormative Matrix, welche keine Geschlechtsidentitäten anerkenne, die fernab eines heterosexuellen Selbstverständnisses liegen.
Diese Thesen äußert Judith Butler prominent in das Unbehagen der Geschlechter (1990), welches daher im Sommersemester 2020 als einführende Lektüre in das Werk Butlers dienen soll. Darin lässt sich beobachten, wie Butler eine Vielzahl philosophischer, psychoanalytischer und soziologischer Klassiker zur Geschlechterfrage einer dekonstruktiven Lesung unterzieht, um anschließend für eine Subversion bestehender Körperpolitiken zu plädieren. So präsentiert sich Butler hier als bekennende Poststrukturalistin, die gegenüber DenkerInnen wie Michel Foucault, Simone de Beauvoir, Jacques Lacan oder Julia Kristeva eine eigenständige Position zum Status des menschlichen Subjekts festigt, von der eine bis heute andauernde kritische Begleitung der Gegenwart ausgeht.
Das Wintersemester 2020/21 soll dazu dienen, fortdauernde Fragen zu Butlers Theorie der Subjektivierung zu vertiefen. Hierfür werden wir spätere Schlüsseltexte in den Blick nehmen, welche die normativen Implikationen ihrer Kritik am selbstbestimmten Individuum radikal ausformulieren. Es wird zu fragen sein, inwiefern ihre weitreichende Dekonstruktion unseres körperlichen „Selbst“ vor dem Hintergrund eines „Neuen Materialismus“ haltbar ist, oder aber ob letzterer einen Rückfall in einen vergangen geglaubten (geschlechtlichen) Reduktionismus darstellt, den Butler bereits mit dem Unbehagen der Geschlechter wortgewaltig hatte bekämpfen wollen.
Die Bereitschaft zu intensiver Lektüre von Texten theoretischer Natur wird vorausgesetzt.

Institution: Fach Soziologie
Department: Sociology

Dozent(en)