Theorienseminar I: Genealogien der Gegenwart MA (soz-MA2-1) (200448)

Inhalt

Seminar, 2 SWS

Zeit und Ort: Di., 14:15 - 15:45 Uhr, OS40 - R.13

vom 22.10.2019 bis zum 28.01.2020

Voraussetzungen / Organisatorisches:
Prerequisites / Organisational information:

Die LP für diese Veranstaltung ergeben sich aus den Angaben der für Sie gültigen FPO. Die Zulassung zur Prüfung ergibt sich aus den Angaben der für Sie gültigen FPO. Ist diese Veranstaltung in Ihrer FPO nicht explizit wählbar, informieren Sie sich bitte zu Beginn des Semesters bei Ihrem/Ihrer Studienfachberater/in über Zulassungsoptionen und Teilnahmemöglichkeiten.
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Inhalt:
Contents:

Michel Foucault (1926-1984) gilt gemeinhin als Begründer der machttheoretischen Diskursanalyse. In dieser werden sprachliche Aussagen auf ihre Möglichkeitsbedingungen hin überprüft und gleichzeitig die Zwänge untersucht, die sie auf ihre Bezugssubjekte ausüben können. Wissen wird als die Macht verstanden bestimmte Aussagen als ‚wahr‘ zu verbreiten, so autoritative Bilder der Welt zu zeichnen, um letztere entsprechend zu formen. Für Foucault gilt, „dass es keine Machtbeziehung gibt, ohne dass sich ein entsprechendes Wissensfeld konstituiert, und kein Wissen, das nicht gleichzeitig Machtbeziehungen voraussetzt und konstituiert.“

Im ersten Teil dieses Seminars wollen wir uns über eine Lektüre der Schlüsseltexte Foucaults seinen wichtigsten Theoremen annähern, um zu verstehen, inwieweit er sich selber in seiner ersten Schaffensphase als Archäologen des Wissens betrachtete, welcher in der zweiten wiederum diskursive Genealogien anlegt, um die Herkunft seiner Gegenwart zu verstehen. Hierbei werden wir prüfen, zu welchen Erkenntnissen uns diese kritische Bestandaufnahme befähigt, inwieweit sie ihre Gültigkeit auch heute noch beweist und ob aus dieser normative Schlüsse zu ziehen sind.

Der anschließende zweite Teil im Sommersemester 2020 wird die Möglichkeit bieten, die erarbeiteten Kenntnisse mit dem Denken Giorgio Agambens (geb. 1942) zu konfrontieren. Der italienische Philosoph hat seinen berühmten Zyklus des Homo Sacer maßgeblich auf Michel Foucault gegründet und beansprucht, dessen grundlegenden Theoreme in modifizierter Form für eine kritische Analyse der heutigen Gegenwart nutzbar zu machen. Wir werden fragen, ob ihm dieser Übertrag gelungen ist.

Zusätzliche Informationen:
Additional information:

Erwartete Teilnehmerzahl: 25

Expected participants: 25

Institution: Fach Soziologie
Department: Sociology

 

Dozent(en)