Politiksoziologie I: Theorien gesellschaftlicher Entwicklung und politischer Steuerung

Inhalt

Radikalere Diskurstheorien argumentieren, dass es keine objektive Essenz oder Substanz von Subjekten, Gruppen von Subjekten, Staaten oder Nationen geben kann. Deren ontologischer Referenzpunkt ist vielmehr die Bedeutung, die in einem bestimmten Diskurs generiert wird. Politik kann damit im Rekurs auf die politischen Theoretiker Ernesto Laclau und Chantal Mouffe als eine „Praxis der Herstellung, Reproduktion und Transformation sozialer Beziehungen“ (Laclau/Mouffe 1985: 153) verstanden werden. Politik und Soziales sind in diesem Verständnis ko-konstitutiv; ihre Sphären vermengen sich und lassen sich nicht mehr voneinander trennen. Es ist die Domäne der Entscheidung innerhalb einer und für eine Gesellschaft, die die Politik in das Zentrum des Sozialen rückt, indem hier spezifische, partikulare Bedeutungen des Sozialen in den Status des Universellen gehoben werden.


Was aber bedeutet Diskurs genau? Welche unterschiedlichen Stränge der Diskurstheorie lassen sich identifizieren? Und wie lassen sich Diskurse untersuchen? Solche Fragen stehen im Mittelpunkt dieses Seminars. Teil 1 widmet sich unterschiedlichen diskurstheoretischen Orientierungen; Teil 2 testet und vertieft verschiedene diskursanalytische Möglichkeiten.

Dozent(en)

Termine

Literatur

Pflichtlektüre:

Jörgensen, Marianne/Phillips, Louise (2002): Discourse Analysis as Theory and Method. Los Angeles et al.: Sage.